Feb 15

Did you see the stylish kids …

… in the riot?
Alternativtitel: Ein neues Gesicht (beinahe)

In Zeiten, in denen Balmain noch ein Fremdwort für mich war, experimentierte ich bereits mit ausgefransten Rissen und Klorixflecken auf meinen Jeans und hätte meine rechte Hand für ein politisch korrekt produziertes Streifenshirt gegeben, dass man nicht über diesen einen dubios zerfledderten Mailorder erwerben musste. Oh ja, als punkaffines Teenie-Mädchen hatte man es im tiefsten bayerischen Bushland styletechnisch nicht leicht.

Was das jetzt mit Fashion zu tun hat? Einiges. Entgegen der landläufigen Meinung sind punkige Menschen – wie wohl alle Subkultur-Anhänger – wahnsinnig auf ihre Klamotten bedacht. Fetzen hin oder eher, aber wehe, sie liegen nicht in der richtigen Reihenfolge. Somit unterscheiden sich meine ersten zarten Modeexperimente ja gar nicht so wirklich von einer Haute Couture Show, nicht wahr?

Aber bevor ich gleich zu Beginn den gesammelten Groll meiner zukünftigen stylishen Leserschaft auf mich ziehe – keine Panik: Mit dem Alter stieg auch meine Bereitschaft zu gänzlich unzerfledderten Kleidungsstücken. Hm. Das klingt ja jetzt so, als hätte ich schon einige Dekaden auf dem Buckel (ganz so schlimm ist es nicht) – aber spätestens nach dem nächsten Wochenende wird mir tatsächlich wieder bewusst werden, dass Anfang 20 nicht etwa die Parties, sondern allein die Vital- und Regenerationsfunktionen rapide nachlassen. Die Bereitschaft zu diversen DIY-Projekten ist, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, ebenfalls gesunken, das Interesse an Styles mit Sternchen glücklicherweise gelieben. Denn sonst würdet ihr diese Zeilen ja wohl kaum zu Gesicht bekommen.

Lia
Und wer ist die seltsame Tippse dahinter denn jetzt eigentlich bitte?, werdet ihr euch spätestens jetzt etwas angestrengt fragen und deshalb komm ich lieber mal zum Punkt: Ich bin’s, die Neue im Block Blog. Böse gucke ich eigentlich nur, wenn man es wagt, mich vor dem ersten Kaffee anzusprechen, ansonsten bin ich sehr nett, natürlich und vor allem wortverliebt. Das Einzige, was ich tagtäglich noch ausdauernder produziere als getippte Sätze sind gesprochene. Kleine Kostprobe? Wenn ich ausdrücken möchte, dass jemand unerträglich viel an einem Stück gelabert hat, passiert das ausschließlich mit einem “Nicht mal ich bin zu Wort gekommen”, weil das im Normalfall quasi unmöglich ist. Dass ich mir meine Brötchen zumindest teilweise beim Radio verdiene, war deshalb ja sowieso klar.

Auch in der virtuellen Welt der wirren Worte bin ich kein unbeschriebenes Blatt mehr und versorge die Blogosphäre zusammen mit meinem unfassbar sexuellen Kollegen hier mit feinstem Trash, weil es neben Kaffee und dem ausdauernden Zutexten von anderen Leuten nichts Schöneres gibt. Neben einer angeborenen Abneigung gegen Copy and Paste befasse ich mich auch noch liebend gerne mit Gitarrenmusik von gutfrisierten Herren, dass ich nur noch ein Semester vom Bacheloretten-Titel entfernt bin, soll natürlich auch nicht verschwiegen werden.

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