
Beinahe sieben Jahre lang galt American Apparel als das stoffgewordene Lebensgefühl urbaner Fashionaddicts und Gründer Dov Charney war sowas wie der ganz persönliche Godfather of Hipster-Leggings, Shirts und Stirnbändern. Mode mit sozialer Verantwortung und einer fetten Portion Sexappeal: Dass AA seine Klamotten Sweatshop Free produziert und seine Näherinnen in Los Angeles besser bezahlt als andere, um die fertigen Teile anschließend von wohlproportionierten, beinahe ungeschminkten und selten BHs tragenden Models vorführen zu lassen, funktionierte. Und zwar mehr als das: Seit der Gründung im Jahr 2003 verlief die Erfolgskurve steil nach oben, im Moment besitzt American Apparel beinahe 300 Filialen in 20 Ländern.
Wann der große böse Knick kam, kann man im Nachhinein wahrscheinlich gar nicht sagen – was der Dramatik der ganzen Sache aber keinen Abbruch tut: Mittlerweile sollen die Schulden von AA ja schon auf ungefähr 120 Millionen Dollar geschätzt werden und wenn sich daran nicht bald was ändert, wird Dov Charneys Unternehmen wohl mal gepflegt pleite gehen. Neues Konzept hin oder her. Insbesondere, weil die Konkurrenz bereits in den Startlöchern besteht: Das dänische Brand Minimum wurde in den späten Neunzigern in Århus gegründet und scheint sich langsam aber sicher auch über die skandinavischen Grenzen hinaus als waschechte American Apparel-Konkurrenz etablieren zu wollen.
Ebenso wie das schwächelnde US-Label setzt auch Minimum mehr und mehr auf die “Alles unter einem Dach”-Strategie, Wholesale-Konzepte sollen künftig weitgehend gemieden werden und Kollektionen, die auf dem schmalen Grad zwischen zeitlosen klassischen Basic-Style und High Fashion wandeln, haben früher schließlich auch schon in Dovs Firma funktioniert. Greift also zu, solange wir die guten Stücke noch im Sortiment haben – hier geht’s zum Shop!
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