Catwalk-PR: Louis Vuitton vs. Tom Ford

Livestreams? Extra verteilte iPads zum Pre-Shopping? Von wegen! Um die maximale Kombi an PR und Cash zu erreichen, gehen die großen Modehäuser noch viel weiter. Bestes Beispiel: Die Herrschaften von Louis Vuitton, die bei der Paris Fashion Week in dieser Woche der Konkurrenz mehr als nur ein paar Schritte voraus waren. Man konnte schon knappe fünf Stunden nach der Show die vorgeführte Kollektion in einem digitalen 360 Grad-Lookbook bewundern – via Facebook, auf dem iPhone oder direkt auf der offiziellen Website. Möglich gemacht wurde das durch fleißige Webspezialisten und ganze 52 Kameras, die die Models unmittelbar nach der Show aus den unterschiedlichsten Perspektive abgefilmt haben.
Das krasse Gegenstück dazu: Tom Ford, der knapp einen Monat zuvor auf der New York Fashion Week bewusst jede Art von PR-Mehrwert ausgeschlagen hat. Das Fotografieren bei und während seiner Show wurde komplett verboten! Nur Terry Richardson durfte ein bisschen knipsen, aber der ist ja auch ‘ne bekumpelte Ausnahme. Es soll sogar zur zeitweiligen Konfiszierung der Smartphones, Kameras und Notebooks von den hundert handverlesenen Gäste gekommen sein – und mal ehrlich: Das ist doch irre. Besonders, weil eigentlich alle Designer darauf hinfiebern, ihre Kollektion der zahlungskräftigen Öffentlichkeit vorführen zu können – Hunderten von Pressefotografen inklusive. Denn die sind schließlich immer noch ein nicht ganz unbedeutender Werbefaktor.
Was brachte Tom Ford also dazu, jeden nur möglichen Aufmerksamkeitsfaktor auszuschlagen, während andere mit innovativen Beispielen glänzen (und scheinbar spielend auch noch die Online-Zielgruppe abgreifen)? Vielleicht hat er es nicht nötig. Oder er ist der cleverste Typ von allen – schließlich rätselte damals jeder, was denn da so unglaublich Exklusives auf dem Catwalk stattgefunden haben könnte. Aber wird diese Stimmung auch wirklich bis zum Verkaufsstart der Kollektion anhalten? Vermutlich weniger. Ob die Geheimniskrämerei also die richtige Promostrategie war, bleibt abzuwarten.

Charme und Stil findet man in Paris vielerorts. In den 4 Tagen sollte auch der eine oder andere Museumsbesuch auf dem Plan stehen, stattdessen haben wir aber verschiedene Stores besichtigt. Auf dem Bild ist Printemps zu sehen. Der Konsumtempel bietet auf 7 Etagen vorallem Fashion. Ich bin kein Fan von “Kaufhäusern”, aber Printemps find ich gut. Die Shop-in-Shops von Chanel, Gucci oder anderen sind einfach sehr gut umgesetzt und auf einer Etage mit preiswerteren Brands, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Trotzdem gibt es natürlich spannenderes, als ein “Kaufhaus”. Mein neuer Lieblingsstore ist “the Kooples”, von dem es in Paris schon 10 Stores gibt. The Kooples zeigt in seinen s/w gehaltenen Stores eine Frauen und Herren Kollektion. The Kooples spielt mit den Gegensätzen. Auf der einen Seite sind die Klamotten clean & slim, wie man es von skandinavischen Brands kennt, andererseits geizt man aber auch nicht mit Details wie militärischen Symbolen wie Orden, Schulterklappen oder Knöpfen, wie man sie von Uniformen kennt. Die Hemden wiederum mit Button-down Knöpfen eher british, dann viele Cardigans mit angedeuteten Revers. Die Preise liegen bei 300-450 eur für Mäntel und Blazer, 160 eur und mehr für Cardigans, 120 eur für Hemden und 100-120 eur für Basic Jeans, Das französische Brand ist cool und spielt mit den Gegensätzen und Gemeinsamkeiten von Paaren. Mehr dazu gibts auf der Website von 








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